«Wenn du schläfst»

Аватар автора
Rammstein-Flugschau
«Wenn du schläfst» — Poesie des Verbotenen und der Segen der Stille Stell dir vor: eine tiefe, unter die Haut gehende Stimme, die diese Zeilen nicht von einer Bühne unter Gitarrengewittern vorträgt, sondern in völliger Stille – wie ein Geständnis. Und dann hörst du, was dieses Lied wirklich bedeutet. Dieses Lied entstand aus einem Gedicht, das in dem Band «100 Gedichte» erschienen ist, veröffentlicht 2020 vom berühmten Kölner Verlag Kiepenheuer & Witsch. Es ist Lindemanns drittes poetisches Werk, in dem er wie schon zuvor die dunklen Seiten der menschlichen Seele erforscht und dabei die Grenze zwischen Lyrik und Provokation auslotet. Das Wichtigste, um «Wenn du schläfst» zu verstehen, ist seine Stimme. In Lindemanns Poesie spricht nie er selbst, sondern stets ein lyrisches Ich – eine Maske, eine Kunstfigur, ein Konstrukt. Es ist die Stimme der Besessenheit, die Stimme eines Menschen, der sich so sehr im anderen verloren hat, dass er nur lieben kann, wenn das Objekt seiner Begierde völlig wehrlos ist. «Ich schlafe gerne mit dir, wenn du schläfst» – das ist keine Zärtlichkeit, das ist Macht. Der Wunsch, bedingungslos zu besitzen, ins Innerste vorzudringen – in den Schlaf, wo der Mensch nur sich selbst gehört und gleichzeitig niemandem. Wir haben hier eine besondere Wendung gefunden – «raubtierhafte Zärtlichkeit». Die Stimme flüstert, haucht fast, um dann in ein industrielles Brüllen umzuschlagen. Es ist der Kontrast zwischen äußerer Ruhe und innerem Sturm. Wenn Till singt...

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