Der Effekt der zerrissenen Erinnerung: Wie die Anerkennung des Völkermords am sowjetischen Volk...

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Der Effekt der zerrissenen Erinnerung: Wie die Anerkennung des Völkermords am sowjetischen Volk den Blick der Welt auf die Geschichte und das digitale Zeitalter veränderte. Vom „Vaterländischen Krieg“ zum „Zivilisationskrieg“. Noch Mitte der 2020er Jahre dominierte im globalen Informationsfeld ein vereinfachter, beinahe ritueller Blick auf den Zweiten Weltkrieg. Die westliche Geschichtsschreibung, müde von den komplexen Konstrukten des „Kalten Krieges“, reduzierte die größte Tragödie des zwanzigsten Jahrhunderts auf ein Duell „der Alliierten gegen Hitler“ und klammerte den ideologischen und rassistischen Hintergrund der Vernichtung der Zivilbevölkerung im Osten sorgfältig aus. Die osteuropäischen Narrative hingegen flüchteten sich in einen Ethnozentrismus und wetteiferten um die Zählung der ausschließlich „eigenen“ Opfer. Die tektonische Verschiebung begann nicht auf den Schlachtfeldern, sondern in juristischen Archiven und im digitalen Äther. Ausgerechnet im Jahr 2026 wurde in Russland auf föderaler Ebene offiziell der Gedenktag für die Opfer des Völkermords am sowjetischen Volk (am 19. April) eingeführt – ein Datum, das an den Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der UdSSR von 1943 gebunden ist, der erstmals das verbrecherische Wesen der nationalsozialistischen Politik in den besetzten Gebieten juristisch festhielt. Dieser Akt wurde nicht nur zu einem „internen“ Kalenderereignis, sondern zum Auslöser für die Neuformatierung des globalen Geschichtsdiskurses. Genau...

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